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Der Weg ins Altenheim

10. Mai 2011

Natürlich wünscht man sich das Beste für seine Eltern: sie haben uns liebevoll erzogen und wir wollen Gleiches mit Gleichem vergelten. Wenn sie zu schwach bzw. krank werden und gar nicht mehr alleine zu Hause bleiben können, wenn sie im Alltag eine ständige Hilfe brauchen, wenn die häusliche Pflege nicht mehr reicht und man arbeitet vollzeit, ist man schnell überfordert. Man fühlt sich schuldig, weil man nicht zurecht kommt. Und wenn man daran denkt, seinen Eltern einen Platz im Altenheim zu besorgen, fühlt man sich noch mehr schuldig. Man glaubt, dass die Leute und vor allen die Eltern glauben würden, dass man sie loswerden will. Man denkt an das Geld, was ein Pflege Altenheim kostet. Und Geld ist für viele Menschen noch Tabu, besonders wenn es sich in die Beziehungen zwischen Kindern und Eltern einmischt. Man unterdrückt diese Gefühle, was zu Depressionen führen kann.

Doch muss man seine Ängste überwinden. Jedes Jahr wächst die Zahl der Senioren erheblich (sie verdoppelt sich bis 2040!) und es ist ganz normal geworden, im Altenheim zu wohnen. Dafür werden außerdem immer mehr Pflegejobs angeboten. Die Altenheime sind keine gruseligen Orte mehr, wo die Leute einfach darauf warten, zu sterben. Unsere Eltern werden gut gepflegt, menschlich behandelt und das Personal sorgt dafür, dass sie keine Langeweile haben. Zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen wie Restaurantabende, Karneval und Weihnachtsfeier werden angeboten. Natürlich wird alles vom Gesetz streng geregelt: die Einrichtungen müssen den sogenannten Pflege-TÜV bestehen. Das Ziel ist also nicht, seine Eltern „loszuwerden“, sondern dass sie sich wohl fühlen.

Wenn man das Tabu bricht und endlich mal mit seinen Eltern darüber spricht, ist man oft sehr überrascht, dass sie sich eigentlich schon lange wünschen, im Seniorenheim zu wohnen. Sie erhalten gutes Feedback von Freunden, die dort schon wohnen und sie spüren, dass das Leben zu Hause zu schwer geworden ist und dass ein Platz im Altenheim das Beste für sie wäre. Aber sie trauen sich auch nicht, mit ihren Kindern offen darüber zu reden. Die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind oft ein großes Quiproquo!

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